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SoH-Analyse von Carly und TÜV NORD: Batteriezustand wird zum entscheidenden Faktor im E-Auto-Markt

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Dienstag, 24. März 2026

SoH-Analyse von Carly und TÜV NORD: Batteriezustand wird zum entscheidenden Faktor im E-Auto-Markt

Pressemitteilung 

  • Carly und TÜV NORD analysieren SoH-Daten von Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen verschiedener Automarken auf Basis von rund 50.000 Messungen
  • Fehlende Transparenz im Gebrauchtwagenmarkt: Ohne vergleichbare Qualitätsindikatoren entstehen Unsicherheiten bei Bewertung und Preisbildung
  • Klarer Verschleiß-Kipppunkt und Markenunterschiede: Degradation steigt ab 90.000 Kilometern deutlich an, ältere Modelle unterscheiden sich je nach Hersteller um bis zu 10 SoH-Punkte

München, 24. März 2026 – Elektroautobatterien sind insgesamt deutlich langlebiger als oft angenommen. Gleichzeitig rückt ihr Zustand zunehmend in den Fokus von Politik und Industrie. Hintergrund sind neue Förderprogramme und politische Debatten rund um gebrauchte Elektrofahrzeuge, die den Batteriezustand zu einem zentralen Faktor für Preis, Finanzierung und Vertrauen machen. Der Median der analysierten State-of-Health (SoH) Daten liegt bei 96 Punkten. Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein klarer Verschleiß-Kipppunkt: Ab etwa 90.000 Kilometern nimmt die Degradation deutlich zu. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Car-Tech-Firma Carly, die gemeinsam mit TÜV NORD SoH-Daten für Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge verschiedener Automarken ausgewertet und bei einem Live-Event am Nürburgring vorgestellt hat.

Hoher Batteriezustand im Feld, deutlicher Verschleißanstieg ab 90.000 Kilometern
Ein SoH-Wert von 100 entspricht einer vollständig intakten Batterie im Neuzustand. Werte über 90 gelten in der Praxis weiterhin als sehr gut und weisen auf eine nur geringe Alterung hin. Zwischen 85 und 90 spricht man von einem soliden Batteriezustand mit moderatem Verschleiß. Unterhalb von 85 nimmt die Leistungsfähigkeit der Batterie zunehmend ab, was sich unter anderem auf Reichweite und Ladeverhalten auswirken kann und für den Wiederverkaufswert relevant wird.

Markenübergreifend liegt der Median aller erhobenen SoH-Daten bei 96 Punkten. Lediglich 9,9 Prozent der Fahrzeuge weisen einen SoH-Wert von unter 85 Punkten auf. Die Analyse zeigt zudem, dass der SoH in den ersten 90.000 gefahrenen Kilometern vergleichsweise moderat um rund 0,7 Punkte pro 10.000 Kilometer sinkt. Danach beschleunigt sich die Batteriedegradation im Verhältnis zur Laufleistung deutlich. Ab etwa 90.000 Kilometern beträgt der Rückgang im Schnitt rund 2,3 Punkte pro 10.000 Kilometer. Diese Entwicklung zeigt sich vor allem bei neueren Fahrzeugen, die den Großteil der Datengrundlage bilden. Gleichzeitig zeigt sich, dass die jährliche Laufleistung über die betrachteten Marken hinweg auf einem ähnlichen Niveau liegt. Damit hat die Laufleistung im Vergleich zwischen den Marken keinen maßgeblichen Einfluss auf die Ergebnisse.

Deutliche Markenunterschiede bei älteren Modellen, Angleichung bei neuen Fahrzeugen
Die Auswertung zeigt, dass die State-of-Health-Werte (SoH) von Elektroautobatterien markenübergreifend mit zunehmendem Baujahr deutlich ansteigen. Marken wie Hyundai, Kia oder Mercedes-Benz erreichen bereits bei älteren Fahrzeugen Werte im Bereich von rund 90 bis über 95 Punkten und steigern sich bei neueren Modellen nahezu durchgehend auf bis zu 100 Punkte. Demgegenüber starten Hersteller wie VW, Renault oder Citroën bei älteren Baujahren teilweise deutlich niedriger, etwa im Bereich von 70 bis 80 Punkten. Entsprechend ergibt sich je nach Fahrzeugalter ein Unterschied von rund zwei bis zehn SoH-Punkten zwischen den Marken. Mit neueren Baujahren verringert sich dieser Abstand jedoch deutlich. Aktuelle Modelle liegen markenübergreifend meist im Bereich von über 97 bis 100 Punkten und erreichen damit ein insgesamt sehr hohes und zunehmend einheitliches Batterieniveau. Besonders hohe Werte zeigt Hyundai, während Renault bei älteren Baujahren die niedrigsten SoH-Werte aufweist.

„Der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos ist aktuell stark von Unsicherheiten geprägt, insbesondere mit Blick auf den Zustand der Batterie. Genau hier setzen objektive SoH-Daten an: Sie machen den Batteriezustand erstmals nachvollziehbar und vergleichbar und ersetzen damit ein Stück weit die bisherige Bewertung auf Basis von Annahmen. Für Verbraucher, Händler und Finanzierer ist das ein entscheidender Schritt hin zu mehr Transparenz und Vertrauen im Markt", sagt  Hartmut Abel, CEO von TÜV NORD Mobilität.

Avid Avini, CEO von Carly fügt hinzu: „Unsere Daten zeigen, dass Batterien robuster sind als oft angenommen, gleichzeitig aber mit steigender Laufleistung klar messbar altern. Gerade vor dem Hintergrund eines wachsenden, aber noch unsicheren Gebrauchtwagenmarkts werden SoH-Daten damit zum entscheidenden Faktor: Sie schaffen eine objektive Grundlage für Preisbildung und Kaufentscheidungen und reduzieren das Risiko für alle Marktteilnehmer deutlich"


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Montag, 26. Januar 2026

ZDK: Neue E-Auto-Förderung setzt wichtige Impulse

Berlin, 19. Januar 2026. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) begrüßt die heute vom Bundesumweltministerium vorgestellten Eckpunkte zur Förderung von Elektrofahrzeugen. Die geplanten Maßnahmen setzen aus Sicht des ZDK wichtige Impulse für den Hochlauf der Elektromobilität und schaffen zugleich mehr Planungssicherheit für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für den Kfz-Handel.

„Die vom Bundesumweltministerium vorgesehenen Förderstufen sind aus unserer Sicht sinnvoll und setzen die richtigen Anreize. So wird ein klares und nachvollziehbares Signal gesetzt, das vielen Kundinnen und Kunden den Einstieg in die E-Mobilität erleichtert", erklärt ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. "Entscheidend ist jetzt eine zügige und unbürokratische Umsetzung, damit der Kfz-Handel sowie die Kundinnen und Kunden schnell von der neuen Förderung profitieren können."

Breit angelegte Förderung mit sozialer Staffelung

Herzstück der neuen Förderung ist die Einbeziehung aller Elektrofahrzeuge – sowohl vollelektrischer Modelle (BEV) als auch Plug-in-Hybride (PHEV) - mit Neuzulassung ab dem 1. Januar 2026, unabhängig davon, ob sie gekauft oder geleast werden. Vorgesehen sind Förderbeträge von 3.000 Euro für BEV und 1.500 Euro für PHEV für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro. Förderanträge sollen voraussichtlich ab Mai 2026 möglich sein. Eine Antragstellung ist auch rückwirkend vorgesehen und ist ebenso bis zu einem Jahr nach dem Zulassungsdatum noch möglich.

Positiv bewertet der ZDK die soziale Staffelung der Förderung. Liegt das zu versteuernde Haushaltseinkommen unter 60.000 Euro, erhöht sich der jeweilige Förderbetrag um 1.000 Euro. In einer weiteren Stufe, bei einem Einkommen unter 45.000 Euro, kommen nochmals 1.000 Euro hinzu. Zusätzlich ist für Familien mit Kindern ein weiterer Förderbetrag von 500 Euro pro Kind vorgesehen, maximal für zwei Kinder.

„Dass Haushalte mit geringerem Einkommen sowie Familien gezielt stärker unterstützt werden, ist der richtige Ansatz", so Peckruhn weiter. Vor dem Hintergrund sinkender Preisunterschiede zwischen Verbrennern und E-Fahrzeugen sowie breiteren E-Modellpaletten im erschwinglichen Klein- und Kompaktwagensegment dürfte das Förderpaket zu einer spürbaren Erhöhung der E-Auto-Nachfrage in diesem Jahr beitragen.

„Im Idealfall können bis zu 6.000 Euro Förderung erreicht werden. Das macht Elektromobilität für breite Bevölkerungsschichten attraktiver und sollte helfen, das Kaufinteresse nachhaltig zu steigern", so Peckruhn. „Mit einer schnellen und klaren Umsetzung können diese Maßnahmen Vertrauen schaffen und die Elektromobilität spürbar voranbringen." Der ZDK erwartet für dieses Jahr rund eine Million Pkw-Neuzulassungen von Elektroautos (BEV und PHEV) durch private und gewerbliche Halter.

ZDK mahnt zügige Umsetzung und breitere Förderung an

Kritisch bewertet der ZDK, dass Förderanträge voraussichtlich erst im Frühjahr gestellt werden können. Dann ist mit einem hohen Antragsaufkommen zu rechnen, das beim für die Bearbeitung zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu Verzögerungen führen könnte. Dadurch droht sich auch die Wirkung der Förderung zu verzögern - insbesondere für Personen mit geringerem Einkommen, für die eine zeitnahe Auszahlung der Prämie ein wichtiger Kaufanreiz wäre.

Der ZDK kritisiert, dass gebrauchte Elektrofahrzeuge von der neuen Förderung ausgeschlossen sind. Eine Einbeziehung würde nicht nur den gesamten E-Automarkt beleben und die Nachfrage verbreitern, sondern die Elektromobilität auch für weitere Käufergruppen attraktiver machen. Zugleich könnte sie einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Restwerte von Elektrofahrzeugen leisten.

Damit Elektroautos für weitere Zielgruppen tatsächlich attraktiv und praktikabel werden, müssen flankierende Maßnahmen Hand in Hand mit der Förderung greifen. Ein schneller Ausbau der Ladeinfrastruktur, niedrigere Stromkosten und klare Preistransparenz an Ladesäulen sind aus Sicht des ZDK entscheidend, um die Akzeptanz und Nutzung von E-Autos nachhaltig zu steigern.

"Die neue Förderung setzt wichtige Impulse, doch E-Mobilität braucht mehr als rein finanzielle Anreize. Nur mit schneller Einführung, attraktiven Bedingungen für alle Käufergruppen und flankierenden Maßnahmen können wir den Hochlauf der E-Mobilität dauerhaft sichern", so Peckruhn.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Cremer, Pressesprecher

Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK)
Markgrafenstraße 35
10117 Berlin

Tel.: 030/8172024-71
E-Mail: cremer@kfzgewerbe.de
Internet: www.kfzgewerbe.de